Rückblick der Sonderausstellungen

Alpenreisen des Malers Walter Artus

09.09.2007 bis 11.11.2007

Am 9.9.07 um 15.00 Uhr wird im Kreismuseum Grimma die Ausstellung „Alpenreisen des Malers Walter Artus“ eröffnet. Insgesamt haben sich 19 Leihgeber mit einem oder mehreren Bildern an der Präsentation beteiligt. Die Vielzahl der Bilder veranschaulicht in eindrucksvoller Weise die Alpenreisen des Malers vom Anfang der 20er Jahre bis Mitte der 40er Jahre des 20. Jahrhunderts. Walter Artus bereiste in diesen zwei Jahrzehnten viele verschiedene Orte. Mehrfach besuchte er die Regionen um Berchtesgaden und Oberstdorf. Weitere Ziele waren die italienische, die schweizerische und die österreichische Alpenregion. Eines seiner Lieblingsmotive schien aber trotzdem das Matterhorn gewesen zu sein. Diesen Berg lernte er 1925 bei seiner Reise nach Zermatt kennen. Obwohl er nur einmal dort war, malte Artus diesen markanten Berg auch in späteren Jahren immer wieder. Daher ist dieses Motiv in der Ausstellung auch gleich viermal vertreten.

Seinen letzten Alpenaufenthalt verbrachte der Maler 1944 in Gmunden. Das Kreismuseum Grimma besitzt einen Nachlass von Postkarten, die Walter Artus während seiner Reisen an seine Frau und Tochter schrieb. Diese Grußkarten werden ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein.


Lebenslauf des Malers
Walter Artus wurde am 17.12.1873 in Leipzig geboren, wo er auch seine Kindheit verbrachte. Seine Leidenschaft für die Kunst beeinflusste seine Berufswahl. Er begann in Leipzig eine Ausbildung als Lithograf. Um seine malerischen Fähigkeiten weiter zu verbessern, besuchte er neben der Leipziger Akademie für Grafik und Buchkunst und der Münchener Akademie auch verschiedene Zeichenkurse. 1914 kam Artus dienstverpflichtet als technischer Zeichner nach Grimma, um in der Maschinenbau AG Grimma-Golzern zu arbeiten.

Walter Artus wendete sich erst später als freischaffender Kunstmaler seiner eigentlichen Leidenschaft zu. In der Nähe des Pulverturms ließ er sich ein Haus nach seinen Vorstellungen bauen. Von seinen Atelierräumen aus hatte er einen herrlichen Blick über das Muldental, welches er in vielen Arbeiten und zu allen Jahreszeiten festhielt. Der Künstler liebte ausgedehnte Wanderungen in der Natur. So wurde die Muldenlandschaft ein Hauptthema seines bildnerischen Schaffens.

Nach großen Verkaufsausstellungen seiner Werke in den Jahren 1924 und 1925 im Rathaussaal Grimma verdiente Artus sein Geld auch durch Auftragswerke. Er zeichnete mit sehr viel Liebe zum Detail freundliche Ansichten von Gasthöfen, Herbergen und Bauerngütern sowie Schützenscheiben für die Schützengesellschaft. Die Aufträge waren reichlich, da er für erschwingliche Preise arbeitete.

Es gab aber noch eine andere Region, die Artus sehr schätzte: die Alpen.

Seit 1910, als er das erste Mal zusammen mit seiner Frau in den Alpen war und mit ihr zusammen den Gipfel des Schwarzensteins bestieg, besuchte er die Alpen fast jährlich. Nicht allein das Vergnügen des Wanderns war der Grund. Hier entstanden auch viele Bilder, die er gleich an Ort und Stelle verkaufte. Artus besuchte auf seinen zahlreichen Reisen immer wieder verschiedene Orte. Artus genoss diese Zeiten, in denen er seiner Kreativität freien Lauf lassen konnte und sich nicht an Vorgaben von Auftraggebern halten musste.

1921 gründete sich in Grimma die Arbeitsgemeinschaft „Zeichnen und Malen“, der neben Artus unter anderem auch die Maler Hans Günther, Heinrich Semm, Kurt Ficker und Kurt Pönisch angehörten. Die Künstler trafen sich wöchentlich in der Schule am Wallgraben. Hier entstanden zahlreiche Porträtstudien. In der nahe gelegenen „Herberge zur Heimat“ fand die Gruppe ihre Modelle. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkrieges wurden mehr und mehr Mitglieder des Zirkels zum Kriegsdienst einberufen. Einige von ihnen kehrten aus dem Krieg nicht mehr zurück.

Mit 58 Jahren erlitt Artus einen Schlaganfall, in dessen Folge sein Gehör stark geschädigt war. Seine Schwerhörigkeit wurde ihm am 15. April 1945 zum Verhängnis. Bei einem Spaziergang an der Mulde überhörte er die Aufforderung einer Gruppe alliierter Soldaten zum Stehen bleiben. Daraufhin schoss einer der Soldaten auf den mittlerweile 71-jährigen Mann und verletzte ihn schwer. Am 16. April 1945 starb Walter Artus in seinem Haus am Pulverturm an den Folgen der Schussverletzung.