Förderverein

Der Verein "Freundeskreis des Museums Grimma e.V."

Die Mitglieder des Freundeskreises haben es sich zur Aufgabe gemacht, das Kreismuseum in seiner Arbeit zu unterstützen, nach außen zu repräsentieren und eigene Veranstaltungen zu organisieren. Inzwischen hat der Verein mehrere größere Veranstaltungen und Ausstellungen durchgeführt. 
Der Verein beteiligt sich an den Festen des Museums wie dem alljährlichen Adventsfest, dem Internationalen Museumstag sowie der Museumsnacht der Stadt Grimma.

Geschichtlich Interessierte und tatkräftige Menschen sind dem Verein immer willkommen.

 

Ansprechpartner:
Vereinsvorsitzender Peter Fricke
04668 Grimma
Alte Bergstraße 21
Telefon über das Kreismuseum unter 03437/911132

Spendenkonto:

Sparkasse Grimma
IBAN: DE65 8605 0200 1041 0368 72
BIC:    SOLADESIGRM

Herbstbasteln
Herbstbasteln
Internationaler Museumstag
Internationaler Museumstag
Auszeichnung des Vereinsmitglieds Peter Fricke durch die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst Dr. Eva-Maria Stange, 2016
Auszeichnung von Peter Fricke, 2016

Neuerwerbung

Das Kreismuseum Grimma bekam 2018 von der Nachfahrin des ehemaligen Besitzers der Papierfabrik in Golzern, Max Schröder, das Angebot ein interessantes und gleichzeitig prächtiges Stück Stadtgeschichte, anzukaufen. Das silberne Bowlegefäß, welches der Grimmaer Goldschmied Wilhelm Noack unter Verwendung der Münzsammlung Schröders anfertigte, veranschaulicht die Leistungen des damaligen Goldschmiedehandwerks und unterstreicht die Bedeutung Schroeders vor Ort. Es war der Nachfahrin ein Anliegen, dass das Gefäß in der Region Grimma bleibt. Der Museumsverein „Freundeskreis des Museums Grimma e.V.“ beantragte daraufhin für den Ankauf Fördermittel bei der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen und der Sparkasse Muldental. Beide Anträge wurden bewilligt. Aber es fehlten noch 1000 Euro, weshalb der Verein bei der Bevölkerung des Muldentals um Spenden bat. Bereits nach wenigen Tagen konnte die erforderliche Summe, durch die Zusage von 960 Euro der Papierfabrik Julius Schulte Trebsen GmbH & Co. KG aufgebracht werden. Zuvor waren schon, kurz nach der Veröffentlichung des Aufrufs 40 Euro von Torsten Merres gespendet worden.

Max Schroeder hatte das Bowlegefäß sowie zwei weitere Weinkühler im Dezember 1893 bei dem Grimmaer Gold- und Silberschmiedemeister Wilhelm Noack in Auftrag gegeben. Damit verbindet sich gleich noch eine zweite namhafte Grimmaer Persönlichkeit mit diesem Gefäß.

Max Schröder übernahm die Papierfabrik Golzern 1877 von seinem Vater Adolf. Schröder ließ Anfang der 80er Jahre des 19. Jh. die Gattersburg in Grimma errichten und verlegte nach der Fertigstellung 1885 seinen Wohnsitz von Leipzig nach Grimma. Die schöne Gartenanlage mit der künstlichen Ruine aus Bruchsteinen geht auch auf seine Initiative zurück.

Die Papierfabrik stellte vor allem Spezialpapiere her, die in ganz Deutschland und im Ausland gefragt waren. Schröder war es ein Anliegen, die Lebensbedingungen seiner Arbeiterschaft zu verbessern und sich damit einen bleibenden Stamm gut ausgebildeter Arbeitskräfte heranzuziehen. So ließ er 1886 auf der anderen Seite der Mulde (Flur Bahren) für seine Arbeiter eine Werkssiedlung samt Betstube, Bücherei, Musiksaal und Schule errichten. Außerdem führte er eine Familienversicherung, Krankenfürsorge, Pensionskasse und Sparkasse ein.
Schroeder sorgte auch mit namhaften Geldbeträgen für die Verschönerung der Stadt Grimma sowie für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Bevölkerung. So stiftete er 10.000 Mark zum Bau einer Hochdruckwasserleitung, 1000 Mark dem Verschönerungsverein und 1200 Mark der Bürgerschule. Der Stadt Grimma hinterließ er nach seinem Tod 1901 50.000 Mark, deren Zinsen zu gemeinnützigen Zwecken verwendet werden sollten. Für die Grimmaer Frauenkirche finanzierte er die großen bunten Bleiglasfenster, die noch heute in der Kirche besichtigt werden können. Nach dem Muldenhochwasser 1897 stiftete er für die Klosterkirche das neue Kirchengestühl und eine Heizanlage. Schröder war nicht nur Mitglied des Kirchenvorstands, sondern auch Stadtverordneter. Insgesamt kann man einschätzen, dass Schroeder viel für seine neue Wahlheimat getan hat.
Der Museumsverein bedankt sich ganz herzlich bei den Fördermittelgebern und Spendern, dass sie diesen Ankauf ermöglicht haben. Damit erwirbt das Museum ein wertvolles Stück Stadtgeschichte, das nicht nur mit dem namenhaften Handwerksmeister Wilhelm Noack, sondern auch mit einem wichtigen Förderer der Stadt Grimma verbunden ist.

Peter Fricke
Vereinsvorsitzender