Rückblick der Sonderausstellungen

Günter Ketelhut „LaGomera“

09.09.2006 bis 12.11.2006

Anlässlich des 80. Geburtstages von Günter Ketelhut zeigt das Kreismuseum Zeichnungen des Künstlers, die er während seiner wiederholten Urlaubsreisen in Gomera anfertigte.

Am 9. September 1926 wurde Günter Ketelhut in Puppendorf / Westpreußen (Polen) geboren.
Nach der Schule besuchte er 1942 die Hochschule für Navigation in Libau in Lettland und wurde anschließend zur Kriegsmarine einberufen. In einem sogenannten Lochkriecher mit 25 Mann Besatzung patrouillierte sein U-Boot zwischen Norwegen und England.

1945 gerät er zusammen mit den anderen Besatzungsmitgliedern in Norwegen in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung befand er sich am 9. September 1945 auf der Antonio Delfino auf dem Weg nach Deutschland. In Deutschland angekommen wurde die Truppe von den Amerikanern in Empfang genommen und nach Frankreich transportiert. Es folgte eine dreijährige Gefangenschaft in Frankreich, in welcher er im Straßenbau und später im Steinkohlenbergbau arbeiten musste.

Nach 3,5 Jahren Kriegsgefangenschaft kehrte er endlich nach Deutschland zurück und ließ sich in Leipzig nieder.
Er begann im Januar 1949 eine Arbeit als Gleisbauarbeiter bei der Bahn.

Schon als Jugendlicher hat Günter Ketelhut viel gezeichnet, auch während der Gefangenschaft und der Zeit als Gleisbauarbeiter.

1951 durfte er sich bei Herrn Prof. Massloff an der Hochschule für Grafik und Buchkunst vorstellen. Seine Vorliebe für die Aktzeichnung war ausschlaggebend für seine Aufnahme an der Schule. Es folgten 10 Semester Studium und ein Diplomabschluss mit Auszeichnung.

1956 wurde er Mitglied des Verbandes für Bildende Künstler und begann gleichzeitig seine Arbeit bei der DEWAG.
Seine Karriere startete er mit einer Ausstellung im Naturkundemuseum in Leipzig „Weltall-Erde-Mensch“.
Danach arbeitete er auf Messen in Erfurt (IGA), in Leipzig, Dresden, Kuba, Kairo, Paris, Moskau, Jugoslawien, Zypern - insgesamt in 11 Ländern.

1967 zog Günter Ketelhut ins Muldental nach Bahren und widmete sich seitdem verstärkt der Malerei in der freien Natur. Es entstanden unzählige Aquarelle und Zeichnungen.

Aufträge kamen von verschiedenen großen oder kleinen Betrieben wie TLG, MAG oder GGI für den Entwurf von Plakaten, Logos und Briefköpfen.

Im Muldental stößt man immer wieder auf seine Arbeiten, wie das Grimmaer Krankenhaus, den Kindergarten und die Kinderkrippe in Bahren, die Klosterschänke Nimbschen, das ehemalige Kulturhaus Pösig und drei Hausfassaden in Brandis.