Rückblick der Sonderausstellungen

„Klöppeln gestern und heute“ mit dem Verein Barbara Uthmann aus dem Muldental

29.11.2015 bis 14.02.2016

Der Verein wurde 1996 von einer kleinen Gruppe von Frauen aus der Region um Grimma gegründet. Initiatorin war die aus Elterlein (Erzgebirge) stammende Hobbyklöpplerin Petra Ludwig. Als kleines Kind hatte ihre Mutter sie mit dem Klöppeln vertraut gemacht, da sich die Mutter ihren Lebensunterhalt mit dieser sehr zeitaufwändigen Arbeit verdiente. Als Petra Ludwig 1972 ihren neuen Lebensmittelpunkt nach Grimma verlegte, fing sie wieder an zu klöppeln und begeisterte auch ihre Arbeitskolleginnen in der Poliklinik für dieses kreative Handwerk. Schon bald gründete sich hier eine kleine Interessengruppe, die sich regelmäßig zum gemeinsamen Klöppeln traf. Durch Schauklöppeln und Ausstellungen gesellten sich weitere Frauen aus dem Muldental hinzu.

Mitte der 90er Jahre beschlossen die Klöpplerinnen einen Verein zu gründen. Wichtig war ihnen der Bezug zum Erzgebirge und somit gab sich der Verein den Namen „Sachsenklöpplerinnen Barbara Uthmann“. Petra Ludwig wurde 1996 zur Vorsitzenden des Vereins gewählt. Einen Raum für die zweimal im Monat stattfindenden gemeinsamen Treffen fanden sie bei Ines Hauffe in Zeunitz. Zu den erfahrenen Klöpplerinnen kamen auch bald die ersten Anfänger hinzu. Zielstrebig versuchten sich die Mitglieder weitere Kenntnisse in verschiedenen Klöppelkursen anzueignen. Sie veranstalteten selbst Klöppelvorführungen und Ausstellungen - besonders in der Oster- und Weihnachtszeit. Bis heute nehmen sie regelmäßig an den jährlich stattfindenden Klöppeltagen in Annaberg-Buchholz teil, vor allem um sich Anregungen zu holen, aber auch um sich der Klöppelfaszination hinzugeben. Kontakte zu verschiedenen Klöppelgruppen in ganz Deutschland bereichern die Arbeit des Vereins seit vielen Jahren. Diese Verbindungen ermöglichen den Austausch nicht nur von Erfahrungen, sondern auch von Klöppelvorlagen und neuen Mustern aus anderen Ländern. So vergrößerte er das Repertoire seiner Techniken im Laufe der Jahre. Außerdem wurde die Palette des verwendeten Materials reichhaltiger. Heute arbeiten die Frauen nicht nur mit Leinenfäden, sondern auch mit Rosshaar, Seide, Wolle, Edelstahldraht, Silber- und Goldfäden und anderen Stoffen.

Höhepunkte des Vereins waren die Teilnahme am Festumzug zur 800-Jahrfeier der Stadt Grimma 2000 sowie am Liederfestival 2006, indem sie sich am  Handwerkermarkt und mit einer Modenschau beteiligten. Zum Tag der Sachsen 2008 führten die Frauen noch einmal auf der Bühne des MDR ihre neuesten Klöppel-Kreationen vor. 2014 reisten sie nach Annaberg-Buchholz zum großen Jubiläum „500 Jahre Barbara Uthmann“, um sich an der Aktion „500 Hände klöppeln zum Jubiläum“ zu beteiligen.

Die Ausstellung zeigt einen kleinen Ausschnitt des 20-jährigen Schaffens der Vereinsmitglieder. Zu sehen sind neben der Spitzenverarbeitung auch moderne Raumdekoration, Schmuckstücke und Bekleidungszubehör. Zehn Tafeln geben Auskunft über die Technik des Klöppelns und die modischen Wandlungen im Laufe der Jahrhunderte.