Beständigkeit – Aspekte der Sammlung

07.06.2026 -04.10.2026

Am Sonntag, 7. Juni 2026, 15 Uhr, eröffnet das Kreismuseum Grimma die neue Sonderausstellung, die der Entwicklung des Museums und seiner Sammlung gewidmet ist.

Die Präsentation zeigt die erstaunliche Vielfalt einer Sammlung, deren Wurzeln auf die große Altertumsausstellung in Grimma von 1900 zurückgehen – den Ausgangspunkt einer bis heute ununterbrochenen Sammel- und Ausstellungstätigkeit. Der große Erfolg dieser Ausstellung führte am 30. Oktober 1901 zur Gründung des „Geschichts- und Altertumsvereins zu Grimma“, der vier Wochen später bereits 120 Mitglieder zählte. Die Stadt unterstützte das Engagement und stellte dem Verein Räume in der ehemaligen Mädchenschule in der Kirchstraße, der heutigen Paul-Gerhardt-Straße, zur Verfügung.

Es wird beleuchtet, wie sich Sammlungsschwerpunkte herausbilden, verändern und bis in die Gegenwart neu ausrichten – stets im Spannungsfeld historischer Kontexte, wissenschaftlicher Arbeit und musealer Aufgaben. Vom ersten handschriftlichen Katalog bis zur digitalen Datenbank spannt sich ein weiter Weg. Was einst als unsortierter Bestand begann, wurde durch Jahrzehnte des Systematisierens, Ordnens und Bewahrens zu einer Sammlung, die heute in all ihrem Facettenreichtum erlebbar ist. Insgesamt umfasst die Sammlung des Kreismuseums Grimma über 27 000 Objekte und eine Fachbibliothek mit mehr als 10 000 Bänden. Sie deckt ein breites Spektrum ab – von Archäologie und Geologie über Stadt- und Regionalgeschichte bis hin zu Objekten der Kunst und Fotografie.


Zu den besonderen Stücken der Präsentation gehören der Reichsadlerhumpen von 1669, ausgewählte Objekte der volksmedizinischen Sammlung Wilkes, archäologische und geologische Funde, historische Bauteile sowie Aspekte der Korbsammlung. Neben Ausstellungsstücken aus Glas, Keramik und Porzellan umrahmen historische Fotografien und Berichte die Ausstellung und erweitern sie um zeitgeschichtliche Perspektiven.
Gleichzeitig wird in der Präsentation sichtbar, wie anspruchsvoll der Erhalt historischen Kulturguts ist. Konservatorische Anforderungen, geeignete Räume, stabile klimatische Bedingungen und sichere Präsentationsformen sind ebenso notwendig wie regelmäßige Zustandskontrollen. Mehrere Hochwasserereignisse, besonders 2002, haben die Verletzlichkeit der Sammlung eindrücklich vor Augen geführt und zeigen, wie viel Sorgfalt und Verantwortung hinter jedem einzelnen Objekt steht.
Insgesamt werden in der Sonderausstellung „Beständigkeit – Aspekte der Sammlung“ mehr als 300 Objekte präsentiert, die die Entwicklung und Vielfalt der Sammlung exemplarisch anschaulich werden lassen. Die Präsentation lädt ein, Neues zu erkunden, altbekannte Stücke wiederzuentdecken und Unerwartetes aus der Sammlung des Kreismuseums Grimma neu zu erleben.